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Internationaler Sammelguttransport

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2510.2014

Diskussion um die Gigaliner nimmt eine neue Wende

Die Wortmeldung war bemerkenswert – und sie wurde bemerkt. Er sei überhaupt nicht gegen das „System Lang-Lkw“, sagte Ralf Fücks vor kurzem im Rahmen einer Podiumsdiskussion.
 
Und: Der anhaltende Widerstand sei größtenteils auf Emotionen wie Furcht zurückzuführen. Starke Worte für einen prominenten deutschen Grünen-Politiker, der unter anderem als Vorstandssprecher die Grünennahe Heinrich Böll Stiftung vertritt.
 
Wenige Wochen nach der Diskussion liegt nun der Zwischenbericht zum seit zwei Jahren laufenden deutschen Feldversuch mit Lang-Lkw vor. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Argumente gegen die „Gigaliner“ werden weitgehend pulverisiert. Strikt neutral, aber äußerst klar.
 
Der Streit um die Lang-Lkw beschäftigt die Branche seit Jahren. Die Forderung der Transportwirtschaft, Fahrzeuge und Fahrzeugkombinationen mit Überlänge zuzulassen, mündete 2012 in den Feldversuch in mehreren deutschen Bundesländern – dass die Gigaliner in den Niederlanden und in skandinavischen Ländern seit vielen Jahren problemlos unterwegs sind, reichte nicht als „Feldversuch“.
 
Ein Hauptargument der Skeptiker wurde, zumindest im Laufe der Zeit, entkräftet: Wie auch in Österreich verzichtete die deutsche Transportwirtschaft auf die Forderung nach mehr Tonnage – es geht also ausschließlich um Volumserhöhung. Mit der Durchführung des Feldversuchs wurde die deutsche Bundesanstalt für Straßenwesen (bast) beauftragt.
 
Als Forschungseinrichtung des Verkehrsministeriums strikter Neutralität verpflichtet, enthält sich die bast im nun vorliegenden Zwischenbericht auch jeglicher Empfehlungen. Was nichts daran ändert, dass der Bericht – in wissenschaftlich nüchterner Sprache – einen Einwand
nach dem anderen zerpflückt.